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Autor: CarinaS

Warum Foresight und Familien­unternehmen so gut zusammen­passen

Symbolbild Familienunternehmen: Carina Stöttner auf der #CRX24 der Otto Group mit dem damaligen CEO Alexander Birken

Familienunternehmen ticken anders. Wer regelmäßig mit ihnen arbeitet, spürt schnell: Hier geht es nicht nur um Quartalszahlen, sondern um Verantwortung, Kontinuität und die Frage, was das Unternehmen in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren sein soll. Genau deshalb sind Familienunternehmen oft überraschend foresight-affin – auch wenn sie das selbst nicht immer so nennen würden.

Drei Gründe, warum wir besonders gerne mit Familienunternehmen arbeiten

1. Denken in Generationen
Während viele Organisationen stark auf kurzfristige Zielerreichung ausgerichtet sind, denken Familienunternehmen häufig in Generationen. Entscheidungen werden nicht nur daran gemessen, ob sie heute funktionieren, sondern ob sie auch für die nächste Generation tragfähig sind. Dieses langfristige Denken ist die ideale Grundlage für strategische Zukunftsarbeit.

2. Langfristige Stabilität vor kurzfristigem Gewinn
In Familienunternehmen steht die nachhaltige Stabilität des Unternehmens oft über kurzfristiger Renditeoptimierung. Das schafft Spielräume: für strategische Debatten, für unbequeme Fragen – und für die Auseinandersetzung mit möglichen Zukünften, die jenseits des Status quo liegen.

3. Wirtschaftliche Rücklagen ermöglichen Risiko
Viele Familienunternehmen verfügen über solide wirtschaftliche Polster. Das bedeutet nicht, dass sie leichtfertig handeln – im Gegenteil. Aber es bedeutet, dass sie es sich leisten können, gezielt ins Risiko zu gehen, neue Felder zu explorieren und auch einmal Denkpfade zu verfolgen, deren Ertrag nicht sofort messbar ist.

Warum Foresight-Arbeit in Familienunternehmen besonders sinnvoll ist

So vorausschauend Familienunternehmen in ihrer Haltung oft sind – strategisch bleibt vieles dennoch im Optimierungsmodus.

Strategie als Feinjustierung statt Neuerfindung
In vielen Familienunternehmen bedeutet Strategie vor allem: bestehende Geschäftsmodelle verbessern, effizienter werden, Marktanteile sichern. Radikale Neuerfindung oder systematische Exploration neuer Geschäftsfelder finden seltener statt. Genau hier setzt Foresight an: nicht als Ersatz bestehender Strategien, sondern als Erweiterung des Denkraums.

Erfolg macht betriebsblind
Viele Familienunternehmen sind seit Jahrzehnten – teils seit über hundert Jahren – erfolgreich am Markt. Dieser Erfolg ist eine enorme Stärke, kann aber auch zu Betriebsblindheit führen. Wenn ein Geschäftsmodell lange gut funktioniert hat, fällt es schwer, sich vorzustellen, dass sich die Spielregeln grundlegend ändern könnten. Foresight bringt hier bewusst eine Außenperspektive ein: branchenübergreifend, marktübergreifend und gespeist aus Erkenntnissen anderer Industrien und Abnehmermärkte.

Nischen unter Veränderungsdruck
Gerade Hidden Champions sind oft in sehr spezifischen Nischen tätig. Diese Nischen sind heute hochprofitabel – aber nicht zwangsläufig zukunftssicher. Neue Technologien, regulatorische Veränderungen oder veränderte Kundenbedürfnisse können dazu führen, dass eine Nische in einem neuen Marktumfeld an Bedeutung verliert. Foresight hilft, frühzeitig zu erkennen, welche Nischen stabil bleiben, welche sich transformieren – und wo neue entstehen könnten.

Global aufgestellt – aber oft ohne strukturiertes Zukunftsradar

Viele Familienunternehmen sind längst global aktiv. Sie kennen internationale Märkte, bedienen unterschiedliche Kundenbedürfnisse und sind offen für Neues. Was jedoch häufig fehlt, sind strukturierte Werkzeuge, um diese Vielfalt systematisch zu analysieren und in strategische Optionen zu übersetzen.

Hier entfaltet Foresight seine volle Wirkung:

  • Zukunftstrends werden nicht isoliert betrachtet, sondern in ihren Wechselwirkungen.
  • Unsicherheiten werden nicht verdrängt, sondern bewusst genutzt, um robuste Strategien zu entwickeln.
  • Neue Märkte, Kundenbedürfnisse und Geschäftsmodelle werden nicht zufällig entdeckt, sondern gezielt exploriert.

Mit unserem strukturierten Futures-Thinking-Ansatz wird Zukunft damit nicht zur abstrakten Vision, sondern zu einem konkreten strategischen Arbeitsfeld.

Zu unserem Angebot

Was ist ein Treiber? Was ist ein Trend?

Definition Treiber

Treiber sind die Ursachen eines Trends. Sie beschreiben fundamentale Kräfte, die Veränderung auslösen oder beschleunigen. Ein Treiber ist eine zugrunde liegende Dynamik, die Wandel ermöglicht, erzwingt oder strukturiert.

Typische Eigenschaften:

  • wirken oft langfristig
  • sind häufig strukturell oder systemisch
  • nicht immer direkt sichtbar
  • lassen sich meist STEEP-Kategorien zuordnen

Beispiele

  • Demografischer Wandel
  • Technologischer Fortschritt (z. B. KI, Automatisierung)
  • Klimawandel
  • Geopolitische Machtverschiebungen
  • Wertewandel (z. B. Sicherheit vs. Freiheit)

 Treiber beantworten die Frage: „Warum verändert sich etwas?“

Definition Trends

Trends sind die sichtbaren Ausprägungen von Veränderung.
Sie beschreiben konkrete, über einen gewissen Zeitraum stabile Entwicklungen, die aus einem oder mehreren Treibern hervorgehen.
Ein Trend ist ein beobachtbares Muster in Verhalten, Märkten, Technologien oder gesellschaftlichen Praktiken.

Typische Eigenschaften:

  • sind sichtbar und konkret beschreibbar
  • entwickeln sich über einen begrenzten Zeitraum (können an Dynamik gewinnen oder verlieren)
  • lassen sich durch Beispiele, Daten oder Narrative illustrieren
  • entstehen meist aus dem Zusammenspiel mehrerer Treiber

Beispiele

  • Remote- und Hybridarbeit
  • Elektromobilität
  • Personalisierte Medizin
  • Kreislaufwirtschaft
  • Subscription-Modelle statt Besitz

Trends beantworten die Frage: „Wie äußert sich Veränderung konkret?“

Keynote Speaker – Carina Stöttner

Carina Stöttner ist viel gebuchte Keynote Speaker, CEO und Gründerin der Futurewise Company.

Als gefragte Rednerin, darunter beim Handelsblatt, Google, Otto, internen Mitarbeiter-Events oder großen Verbänden, bereitet sie ihre Themen zielgruppenspezifisch auf. Dabei spricht sie über Themen wie die Zukunft der Industrie, Gesellschaftsthemen, zukünftige Konsument:innen oder darüber, wie Unternehmen Zukunftsdenken lernen können und mit den vielen Unsicherheiten in der Welt umgehen lernen. Mehr zu ihren Themen finden Sie hier.

Ihre Perspektive auf die Welt

Schon als Kind wollte sie die Welt aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten – als Astronautin, um sie von oben zu sehen, oder als Autorin, um sie durch die Augen anderer zu beschreiben. Diese Makro-Perspektive prägt sie bis heute. Sie studierte Kommunikationswissenschaften und Soziologie und konzentrierte sich früh auf interdisziplinäre Forschung. Drei Jahre bevor ChatGPT erschien, führte sie Interviews mit Chatbots und untersuchte, wie Kommunikation mit KI Gesellschaft verändern könnte – damals ein Nischenthema, das sie als hochrelevant für die Zukunft einschätzte.

Zweifache Gründerin

Folgerichtig führte ihr Weg in die Zukunftsforschung. Mit 27 Jahren war sie Mitgründerin von Themis Foresight und baute den Thinktank zu einer der führenden europäischen Adressen für Zukunftsforschung auf. Statt Zukunft vor allem zu analysieren und zu beschreiben, wollte sie sie konsequent in unternehmerisches Handeln übersetzen – und gründete in der Folge die Futurewise Company. Ihr Ziel ist es, europäische Unternehmen handlungsfähig zu machen – nicht trotz Unsicherheit, sondern mit ihr. Resilienz versteht sie dabei nicht defensiv, sondern als Grundlage für neues Wachstum: nicht als Rückzug auf das Bewährte, sondern als bewusste Öffnung für neue Zukünfte und tragfähige Geschäftsmodelle.

Futurewise begleitet Führungsteams dabei, genau diese Räume zu öffnen – für radikales Denken, fundierte Entscheidungen und eine Wirtschaft, die ihre Zukunft wieder selbst gestaltet.

Internationale Erfahrungen und Bühne

Ihre Laufbahn führte sie früh in Vorstandsetagen und rund um den Globus. Durch einen Doppelmaster in Deutschland und Italien, Wohnorte in ganz Europa sowie die Arbeit mit internationalen Teams entwickelte sie ein feines Gespür für globale Dynamiken und interkulturelle Kommunikation. Das Thema Zukunft bringt sie heute in Vorträgen und Panel-Diskussionen auf internationale Bühnen und eröffnet neue Perspektiven auf Zukunftsplanung, Führung sowie wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel. Weitere Informationen zu ihrem Speaking-Profil finden sich bei Premium Speakers.