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Schlagwort: Vorstand

Was ist Futures Thinking?

Futures Thinking, auch bekannt als Strategisches Zukunftsdenken oder Foresight Thinking, ist ein interdisziplinärer und strategischer Ansatz, um sich mit der Vielfalt möglicher Zukünfte auseinanderzusetzen. Anders als bei klassischen Prognosen oder linearen Zukunftsmodellen geht es beim Futures Thinking nicht um Vorhersagen, sondern um den aktiven Umgang mit Unsicherheit, Komplexität und Wandel.

Im Zentrum steht die Fähigkeit, Multioptionalität – also mehrere denkbare Zukünfte – anzuerkennen und daraus Erkenntnisse für die Gegenwart abzuleiten.

„Futures Thinking darf nicht als sinnloser Versuch missverstanden werden, die Zukunft vorherzusagen – denn diese ist per Definition nicht vorhersagbar. Vielmehr vermittelt Futures Thinking die Fähigkeit, mit Unsicherheiten umzugehen und Komplexität zu bewältigen. Es befähigt Menschen dazu, ihre bevorzugten Zukunftsszenarien aktiv zu gestalten und mitzugestalten.“

-Canina, Bruno & Monestier: Futures Thinking (SpringerLink)

Futures Thinking ist eine methodisch gestützte Denkweise, die Organisationen, Regierungen und Individuen hilft, mögliche zukünftige Veränderungen und Unsicherheiten zu verstehen und damit umzugehen.

Wer nutzt Futures Thinking?

Die britische Regierung nutzt Futures Thinking, um politischen Entscheidungen eine langfristige Perspektive zu geben. Laut einem offiziellen Leitfaden der Regierung bieten Methoden der Zukunftsforschung „einen strukturierten Ansatz, der robust ist und auf langfristige Veränderungen reagiert.“ (GOV.UK, 2022)

Auch Unternehmen wie E.ON setzen auf Futures Thinking, um ihre Branche auf die Zukunft auszurichten. Sie beschreiben Futures Thinking sogar als dieFähigkeit des Jahrhunderts:

„Futures thinking is a key skill for this century.“

– Hiromi Valenzo, Foresight-Expertin bei E.ON (E.ON Innovation)

Welche Methoden gibt es im Futures Thinking?

Häufig genutzte Tools sind:

  • Szenarienentwicklung
  • Horizon Scanning (Trends und Zukunftsentwicklungen systematisch recherchieren)
  • Backcasting (Rückwärtsdenken vom Ziel)
  • Futures Wheel (Konsequenzen verschiedener Zukunftsentwicklungen durchdenken)
  • Delphi-Methode (Mehrstufige, qualitative Interview-Methode)
  • Cross Impact Analysis (Verknüpfung verschiedener Trends und deren Auswirkungen)

Was unterscheidet Futures Thinking von Trendforschung?

Statt sich auf einzelne Trends oder Detailprognosen zu fokussieren, rückt Futures Thinking große gesellschaftliche, technologische, wirtschaftliche oder ökologische Dynamiken in den Fokus. Das Ziel ist es, neue Handlungsräume zu eröffnen und den strategischen Horizont zu erweitern.

Futures Thinking ist ein strategischer Ansatz zur Betrachtung der Zukunft aus verschiedenen Blickwinkeln. Im Zentrum steht die Fähigkeit, Multioptionalität anzuerkennen und Unsicherheit sowie Komplexität aktiv zu gestalten, statt die Zukunft linear vorherzusagen.

Wünschenswerte Zukünfte können, müssen aber nicht im Zentrum stehen: Entscheidend ist die Erweiterung des Denk- und Handlungshorizonts durch die systematische Auseinandersetzung mit verschiedenen möglichen Zukünften.

Was ist der Unterschied zwischen Futures Thinking und Futures Literacy?

Futures Thinking ist ein Denkansatz und Methodenset.
Futures Literacy ist eine Grundkompetenz, um mit Zukünften reflektiert umgehen zu können:

„Futures Literacy hilft Menschen zu verstehen, warum und wie wir die Zukunft nutzen, um uns vorzubereiten, zu planen und mit der Komplexität und Neuartigkeit unserer Gesellschaften umzugehen.“ (UNESCO)

Warum Offsites für Vorstände immer wichtiger werden

Der Begriff Offsite ist längst kein Buzzword mehr. Immer mehr Vorstände ziehen sich bewusst für ein oder mehrere Tage aus dem operativen Alltag zurück – raus aus dem Büro, weg von E-Mails, Termindruck und Status-Meetings. Doch was genau ist ein Vorstands-Offsite eigentlich – und warum erlebt dieses Format gerade so viel Zuspruch?

Was ist ein Vorstands-Offsite?

Ein Vorstands-Offsite ist ein bewusst gestalteter strategischer Arbeitsraum außerhalb des Tagesgeschäfts. Im Fokus stehen nicht operative Entscheidungen, sondern die großen Fragen:

  • Ist unsere strategische Richtung noch die richtige?

  • Welche Annahmen über Markt, Kunden und Wettbewerb tragen (noch)?

  • Wo müssen wir nachschärfen, wo neu denken?

Offsites schaffen Distanz – räumlich wie mental. Genau diese Distanz ist oft notwendig, um festgefahrene Denkmuster zu verlassen und wieder strategische Klarheit zu gewinnen.

Warum immer mehr Vorstände auf Offsites setzen

Die Rahmenbedingungen haben sich fundamental verändert. Märkte werden volatiler, technologische Entwicklungen schneller, geopolitische und gesellschaftliche Faktoren schwerer vorhersehbar. Klassische Vorstandssitzungen stoßen hier an ihre Grenzen.

Offsites bieten:

  • Zeit zum Denken, nicht nur zum Entscheiden

  • Alignment im Gremium, jenseits formaler Beschlusslagen

  • Raum für offene Diskussionen, Unsicherheiten und kontroverse Perspektiven

Kurz: Offsites werden zum strategischen Resonanzraum in Zeiten permanenter Unsicherheit.

Warum Foresight im Offsite besonders wirksam ist

Viele Offsites drehen sich um Strategie – aber häufig bleibt der Blick erstaunlich nah an der Gegenwart. Zahlen, Forecasts und bekannte Wettbewerber dominieren. Genau hier entfaltet Foresight seine Stärke.

Foresight hilft, Strategie nicht nur als Fortschreibung bestehender Trends zu verstehen, sondern als bewusste Auseinandersetzung mit möglichen, wahrscheinlichen und wünschbaren Zukünften. Statt nur zu fragen „Was passiert nächstes Jahr?“, geht es um:

  • Welche grundlegenden Verschiebungen prägen unseren Markt?

  • Welche Annahmen könnten sich als falsch erweisen?

  • Welche Zukünfte müssen wir heute schon mitdenken?

Gerade im Offsite-Kontext entsteht dadurch ein gemeinsames Zukunftsverständnis im Vorstand – eine oft unterschätzte Grundlage für tragfähige Entscheidungen.

Unsicherheit produktiv nutzen

Foresight macht Unsicherheit nicht kleiner, aber handhabbar. Szenarien, Zukunftsbilder und strukturierte Exploration helfen, sich nicht von Unsicherheit lähmen zu lassen, sondern sie als strategische Ressource zu nutzen. Entscheidungen werden dadurch robuster – nicht weil sie sicherer sind, sondern weil sie mehrere mögliche Zukünfte berücksichtigen.

Unser Ansatz: Der beste Outcome für den Vorstand

Die Futurewise Company verfolgt dabei ein klares Ziel: den bestmöglichen Outcome für Vorstände und Führungsgremien zu erzielen. Kein Methoden-Fetischismus, keine Standardformate – sondern das, was in der konkreten Situation wirklich hilft.

Methodisch vielseitig – strategisch klar

Je nach Fragestellung kombinieren wir im Offsite-Setting unterschiedliche Ansätze:

  • Foresight, um langfristige Entwicklungen, Unsicherheiten und Szenarien zu erschließen

  • Change Management, um strategische Einsichten anschlussfähig zu machen

  • Innovationsmanagement, um neue Geschäftsfelder und Optionen zu explorieren

  • Organisationsentwicklung, um Struktur, Kultur und Entscheidungslogiken mitzudenken

Diese Methoden setzen wir nicht nebeneinander, sondern im Wechsel ein – immer orientiert an der Dynamik des Gremiums und der strategischen Fragestellung.

Der Challenger-Blick aufs Big Picture

Ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit ist der Challenger-Blick. Wir moderieren nicht nur, wir spiegeln, hinterfragen und erweitern Perspektiven. Immer mit dem Blick auf das große Ganze:

  • Wohin entwickelt sich der Markt wirklich?

  • Welche externen Kräfte werden heute unterschätzt?

  • Welche strategischen Optionen werden (noch) nicht gesehen?

Gerade Vorstände profitieren davon, einen Sparringspartner zu haben, der nicht Teil der internen Logik ist – und genau deshalb andere Fragen stellen kann.

Warum Foresight und Familien­unternehmen so gut zusammen­passen

Symbolbild Familienunternehmen: Carina Stöttner auf der #CRX24 der Otto Group mit dem damaligen CEO Alexander Birken

Familienunternehmen ticken anders. Wer regelmäßig mit ihnen arbeitet, spürt schnell: Hier geht es nicht nur um Quartalszahlen, sondern um Verantwortung, Kontinuität und die Frage, was das Unternehmen in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren sein soll. Genau deshalb sind Familienunternehmen oft überraschend foresight-affin – auch wenn sie das selbst nicht immer so nennen würden.

Drei Gründe, warum wir besonders gerne mit Familienunternehmen arbeiten

1. Denken in Generationen
Während viele Organisationen stark auf kurzfristige Zielerreichung ausgerichtet sind, denken Familienunternehmen häufig in Generationen. Entscheidungen werden nicht nur daran gemessen, ob sie heute funktionieren, sondern ob sie auch für die nächste Generation tragfähig sind. Dieses langfristige Denken ist die ideale Grundlage für strategische Zukunftsarbeit.

2. Langfristige Stabilität vor kurzfristigem Gewinn
In Familienunternehmen steht die nachhaltige Stabilität des Unternehmens oft über kurzfristiger Renditeoptimierung. Das schafft Spielräume: für strategische Debatten, für unbequeme Fragen – und für die Auseinandersetzung mit möglichen Zukünften, die jenseits des Status quo liegen.

3. Wirtschaftliche Rücklagen ermöglichen Risiko
Viele Familienunternehmen verfügen über solide wirtschaftliche Polster. Das bedeutet nicht, dass sie leichtfertig handeln – im Gegenteil. Aber es bedeutet, dass sie es sich leisten können, gezielt ins Risiko zu gehen, neue Felder zu explorieren und auch einmal Denkpfade zu verfolgen, deren Ertrag nicht sofort messbar ist.

Warum Foresight-Arbeit in Familienunternehmen besonders sinnvoll ist

So vorausschauend Familienunternehmen in ihrer Haltung oft sind – strategisch bleibt vieles dennoch im Optimierungsmodus.

Strategie als Feinjustierung statt Neuerfindung
In vielen Familienunternehmen bedeutet Strategie vor allem: bestehende Geschäftsmodelle verbessern, effizienter werden, Marktanteile sichern. Radikale Neuerfindung oder systematische Exploration neuer Geschäftsfelder finden seltener statt. Genau hier setzt Foresight an: nicht als Ersatz bestehender Strategien, sondern als Erweiterung des Denkraums.

Erfolg macht betriebsblind
Viele Familienunternehmen sind seit Jahrzehnten – teils seit über hundert Jahren – erfolgreich am Markt. Dieser Erfolg ist eine enorme Stärke, kann aber auch zu Betriebsblindheit führen. Wenn ein Geschäftsmodell lange gut funktioniert hat, fällt es schwer, sich vorzustellen, dass sich die Spielregeln grundlegend ändern könnten. Foresight bringt hier bewusst eine Außenperspektive ein: branchenübergreifend, marktübergreifend und gespeist aus Erkenntnissen anderer Industrien und Abnehmermärkte.

Nischen unter Veränderungsdruck
Gerade Hidden Champions sind oft in sehr spezifischen Nischen tätig. Diese Nischen sind heute hochprofitabel – aber nicht zwangsläufig zukunftssicher. Neue Technologien, regulatorische Veränderungen oder veränderte Kundenbedürfnisse können dazu führen, dass eine Nische in einem neuen Marktumfeld an Bedeutung verliert. Foresight hilft, frühzeitig zu erkennen, welche Nischen stabil bleiben, welche sich transformieren – und wo neue entstehen könnten.

Global aufgestellt – aber oft ohne strukturiertes Zukunftsradar

Viele Familienunternehmen sind längst global aktiv. Sie kennen internationale Märkte, bedienen unterschiedliche Kundenbedürfnisse und sind offen für Neues. Was jedoch häufig fehlt, sind strukturierte Werkzeuge, um diese Vielfalt systematisch zu analysieren und in strategische Optionen zu übersetzen.

Hier entfaltet Foresight seine volle Wirkung:

  • Zukunftstrends werden nicht isoliert betrachtet, sondern in ihren Wechselwirkungen.
  • Unsicherheiten werden nicht verdrängt, sondern bewusst genutzt, um robuste Strategien zu entwickeln.
  • Neue Märkte, Kundenbedürfnisse und Geschäftsmodelle werden nicht zufällig entdeckt, sondern gezielt exploriert.

Mit unserem strukturierten Futures-Thinking-Ansatz wird Zukunft damit nicht zur abstrakten Vision, sondern zu einem konkreten strategischen Arbeitsfeld.

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